Tomaten sind laut der Umfrage euer Lieblingsgemüse...

Und deswegen wollen wir diese möglichst üppig liefern! Gestern war Herr Wardenburg von einer holländischen Gewächshausfirma bei uns zu Besuch. Wir haben gemeinsam mit ihm die Flächen (flach, eben, perfekt zum Bauen geeignet) und unsere Skizzen (noch nicht ganz perfekt ;)) angeschaut.

Foto: Markus Spiske, Unsplash

Seine Firma hat die meisten großen Bio – Glasgewächshäuser in Deutschland gebaut. Gerade hat die Firma viele Aufträge: Der Trend nach regionalen Gemüse führt dazu, dass sich Tomaten aus Deutschland doch wieder gegen die Tomaten aus Spanien behaupten können. Für uns wird es spannend sein, ob es mit solidarischer Landwirtschaft machbar ist ein modernes, ökologisch sinnvolles Gewächshaus zu bauen und gleichzeitig dieses nicht ganzjährig mit Tomaten zu bespielen. Denn Tomaten im Winter gehören hier nun mal nicht auf den Speisezettel… Das normale EG-Bio macht hier übrigens keine Vorschriften: Auch Bio-Gewächshäuser dürfen ganzjährig mit fossilen Brennstoffen beheizt werden.

Warum ein Glasgewächshaus?

Im Bio – Anbau haben wir wenig Möglichkeiten auf Krankheiten zu reagieren. Gerade Gewächshauskulturen sind sehr empfindlich. Pilze und Bakterien fühlen sich in dem warmen, feuchten Klima besonders wohl. Hier zu nennen wäre die sehr gefürchtete Braunfäule (Phytophora infestans).  Wissenschaftlich korrekt handelt es sich bei der Braunfäule auch nicht mal um einen Pilz, sondern um eine Alge. Algen mögen es feucht. Deswegen ist ein klares Ziel in jedem Gewächshaus: Pflanzen müssen bewässert werden, aber wir wollen keine feuchten Blätter haben. Die Feuchtigkeit muss irgendwie raus. Die Lüftungsmöglichkeit über Seitenklappen oder das Dach sind daher entscheidend. Pflanzenstress durch Temperaturschwankungen lässt sich so ebenfalls reduzieren. In Bio – Gewächshäusern ist dies besonders wichtig. Es wird daher hier ebenso besonders Wert auf hohe Seitenwände gelegt. Die Pflanzen wollen über sich noch genügend, frische Luft haben. Stickiges Mikroklima macht Pflanzen krank (Und uns auch…). Folientunnel sind für kleinere Anbauflächen geeignet. Für eine große Fläche sind sie zwecks mangelnden Belüftungsmöglichkeiten nicht tauglich. Zudem müssen sie regelmäßig mit neuer Folie bespannt werden.

Foto: Erwan Hesry, unsplash

Um eine Heizung kommen auch wir jedoch bei einem Glasgewächshaus nicht ganz herum. Wenn wir nicht in der Lage sind eventuelle Schneemassen abzutauen gibt´s  keine Baugenehmigung…

Laut Herrn Wardenburg wird in den großen Gewächshäusern übrigens auch darauf geachtet, dass es nicht zuviele Wege – Kreuzungen innerhalb des Gewächshauses gibt: Denn dies heißt auch mehr Plaudern bei den ArbeiterInnen und verminderte Effizienz… Für uns schließt aber auch ein ganzheitlicher Ansatz ein: Wir wollen Arbeitsplätze an denen sich Menschen wohl fühlen! Ein Plausch mal hier, mal da muss daher drin sein :).

Johanna, Jan-Felix und Herr Wardenberg bei den zukünftigen Flächen
Momentan steht Raps auf den Flächen

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