Jan-David Lindner

Was hast du vor KoLa Leipzig gemacht?

Ziemlich genau ein Jahr vor KoLa beschloss ich meinem Leben einen neuen Schliff zu verpassen. Ich hatte bis dahin einige Jahre das Gewächshaus eines Demeter-Hofs, der Gemüse vor allem an den Bio-Großhandel vermarktete, geleitet. Ich gab meine Stelle auf und begann auf kleiner gepachteter Fläche im maschinenlosen Gemüse- und Obstbau zu experimentieren. Um endlich den Abschluss meines  Masters in Horticultural Science in Angriff zu nehmen, besuchte ich im Winter für ein lang aufgeschobenes Semester die BOKU in Wien und arbeitete danach an Experimenten für meine Abschlussarbeit.

Wie bist du zu KoLa Leipzig gekommen?

Im Winter stand ich vor der Entscheidung mein Nebengewerbe zukünftig noch ernsthafter zu betreiben oder mir eine neue Anstellung zu suchen. Während dieses Entscheidungsprozess stolperte ich über die KoLa. Damit war die Entscheidung klar: Bei diesem Projekt wollte ich dabei sein. Es folgte ein kurzes Kennenlernen und einige Tage später war ich auch schon mittendrin.

Was ist nun hier deine Rolle?

Angestellt bin ich als Gärtner vornehmlich im geschützten Anbau. Mein Hauptaugenmerk liegt daher auf den wärmeliebenden und empfindlicheren Kulturen und der Verlängerung der Anbausaison mit Hilfe unserer Folien- und Gewächshäuser. Bin ich nicht dort, bin ich wahrscheinlich auf dem Feld, in der Werkstatt oder suche nach Infos – es gibt immer etwas zu tun.

Und was erhoffst du dir für die nächsten Jahre vom Projekt?

Sehr Viel! Gemüse höchster Qualität, zufriedene Kollegen und Mitglieder der Genossenschaft. Eine hierarchiearme und soziale Organisation, faire Bedingungen für alle Beteiligten. Diskurs und viel Input von all den Profis im Team. Ein Betrieb, der sich eher nach zu Hause als nach Arbeit anfühlt.
Und nicht zuletzt ein gutes Gefühl und Gewissen, wenn ich daran denke, womit ich während der Arbeit bei KoLa so viele Stunden meines Lebens verbringe. Sollte klappen 😉