Johanna Suhl

Was hast du vor KoLa Leipzig gemacht?

Meine Heimat ist ein winziges Dorf in Niedersachsen. Zwar hatten meine Eltern keinen landwirtschaftlichen Betrieb, aber Tiere und Zugang zur Natur und Landwirtschaft waren immer vorhanden. Den Grundstein für meinen beruflichen landwirtschaftlichen Werdegang legte ich mit meiner Ausbildung zur Landwirtschaftlich-technischen Assistentin. Dann wurde es mir aber doch etwas zu klein und eintönig auf´m platten Land und es zog mich in die Hauptstadt. Geplant waren 3 Jahre für eine Weiterbildung – am Ende hatte mich die Stadt für über 10 Jahre fest im Griff. Hier habe ich an der Humboldt-Universität Agrarwissenschaften studiert und hatte anschließend die Möglichkeit zu einem ganz tollen Thema – der Aquaponik, die synergetische Produktion von Fisch und Gemüse – zu promovieren. Nachhaltigkeitsthemen zogen sich durch meine gesamte wissenschaftlichen Laufbahn: So untersuchte ich gemeinsam mit einer tollen Kollegin wie man der Roten Vogelmilbe ohne den Einsatz chemischer Akarizide zu Leibe rücken kann, welche ökologisch sinnvollen Substrate sich für den hydroponischen Anbau von Gemüse eignen um z.B. Abfälle zu reduzieren; wie man die Klimasteuerung im Gewächshaus optimal an die Bedürfnisse der Pflanzen anpassen kann bzw. ob Pflanzen nicht „selbst“ das Klima steuern können. Das war eine sehr spannende Zeit! Und dann kam die Liebe – und der Umzug in den Raum Leipzig und ganz tolle Menschen die gerade mitten in der Gründung von KoLa steckten…         

Wie bist du zu KoLa Leipzig gekommen?

Ich hatte über Weihnachten 2018 eine Stellenanzeige von KoLa gelesen und war sogleich von der Idee begeistert. Und das direkt vor meiner Haustür. Daraufhin lud mich das KoLa-Team zu einem Hofrat ein… tja und dann war ich auch schon irgendwie dabei. Zu Beginn nur sporadisch und hin und wieder, dann unterstützte ich immer mehr, aber auch mal wieder weniger und jetzt aktuell viel mehr.

Was ist nun hier deine Rolle?

In Berlin habe ich mich vor allem mit dem Bereich geschützter Anbau – also Anbau im Gewächshaus – beschäftigt. Daher lag es nah, dass mein Verantwortungsbereich bei KoLa der „geschützte Anbau“ wird. Aktuell begrenzt sich dieser Bereich auf zwei Folientunnel – aber später sind mehr Tunnel und der Bau eines Glasgewächshauses ist geplant. Während meiner Zeit in Berlin habe ich mich vorrangig mit dem hydroponischen – also den konventionellen, erdelosen  Anbau von Gemüse beschäftigt. Der Anbau in der Erde ist für mich ganz neu. Es macht mir aber riesengroßen Spaß mich mit meinen KollegInnen in die neue Thematik einzuarbeiten.

Und was erhoffst du dir für die nächsten Jahre vom Projekt?

Dass viele Menschen den Wert des Projektes erkennen, sich mitreißen lassen und gemeinsam Großes schaffen. Menschen, die Solidarität leben, ein Gesicht geben, befreien von einer leeren Worthülse und zeigen, dass es anders geht. Natürlich viel, sehr viel leckeres & gesundes Gemüse,  tolle Bekanntschaften und ein bunter Fleck voller Leben in der meist eintönigen Agrarlandschaft. Ein Team, das sich auf Augenhöhe begegnet, gerne zusammenarbeitet, Höhen gemeinsam feiert und Tiefen gemeinsam meistert. Ich erhoffe mir, dass KoLa die Sichtbarkeit von Solawis erhöht, Solawis aus der Nische hebt und das KoLa Wellen schlägt.