Erntezettel KW11

DE-ÖKO0006

MONTAG/DIENSTAG
Frisch von unseren Feldern:

Radicchio

Von anderen Biohöfen:

Kartoffeln, Karotten, Wurzelpetersilie (Martin Hänsel – Taucha), Apfel – Sorte Topaz (Biofrucht Senst – Landsberg bei Halle)

DONNERSTAG/FREITAG
Frisch von unseren Feldern:

Radicchio 

Von anderen Biohöfen:

Kartoffeln, Karotten (Martin Hänsel – Taucha), Apfel – Sorte Topaz (Biofrucht Senst – Landsberg bei Halle)

*Nicht wundern: Wenn ein Gemüse nicht für alle Verteilstationen ausreicht, versuchen wir in den Folgewochen zwischen den Verteilstationen auszugleichen! Zudem sind Schwankungen in der Menge normal, da wegen Witterung nicht immer gleich viel erntereif ist!

Rezeptidee - Pasta mit Radicchio

Radicchio ist leicht bis deutlich bitter im Geschmack. Wer es nicht ganz so bitter mag, sollte den
Strunk und die großen Blattrippen entfernen, dort befinden sich die meisten Bitterstoffe. Auch
ein kurzes Bad im lauwarmen Wasser hilft. Eine Zwiebel würfeln und in Olivenöl anbraten. Den
Radicchio waschen (die äußeren Blätter vorher entfernen), halbieren, den Strunk entfernen und in
Streifen schneiden. Mitdünsten. Dann mit Weißwein (oder Traubensaft) ablöschen, einkochen
lassen. Mit Hafer- oder Sojasahne aufgießen (ca. 150 ml) und kurz weiterköcheln. Mit Salz,
Pfeffer und Zitronensaft abschmecken und mit der gekochten Pasta vermischen. Wer hat, noch
eine Handvoll Kräuter und geröstete Sonnenblumen- oder Pinienkerne drüber. Fertig!

Mitgliederbrief

Liebe Mitglieder!

Seit fast drei Jahren gibt es die Idee von KoLa Leipzig – Kooperative Landwirtschaft. Seit knapp einem Jahr bauen wir Gemüse an. Seit gut sechs Monaten sind wir dabei unsere neue Betriebsstätte aufzubauen. Über 1200 Mitglieder sind wir mittlerweile in der Genossenschaft, jede Woche liefern wir 900 Gemüsekisten aus. Mit eurem Vertrauen, eurem Zuspruch und eurer Finanzierung ist dieses waghalsige Projekt in diesem atemberaubenden Tempo erst möglich geworden!
Wir wollen an dieser Stelle versuchen euch ein wenig mitzunehmen in den Strudel des Betriebsaufbaues.

Schön war unsere Ausbeute im vergangenen Sommer 🙂

Das vergangene, erste Anbaujahr

In unserer ersten Anbausaison konnten wir auf dem Hof bei Martin Hänsel und Maria Bienert ca. 2,5 ha Freilandgemüse und 1000 qm Gemüse im Folientunnel anbauen. Das Jahr war geprägt durch viele Arbeiten, die wir zum ersten Mal machen mussten: Richten der ersten Maschinen, Finden unserer Team-, Betriebs- und Verteilstrukturen. Der Anbau selbst war geprägt durch die vorherrschende Dürre in Sachsen und hat viel Aufwand in der Bewässerung unseres Gemüses erfordert, lief aber insgesamt ganz gut. Nebenher liefen der Aufbau der Verwaltung, die Planungsprozesse für die neue Betriebsstätte, Förder- und Finanzierungsanträge, sowie unsere Darlehenskampagne. Nur durch großen Einsatz des ganzen Teams und durch eure Unterstützung von juristischen Fragen bis hin zur praktischen Feldarbeit konnte dies alles gestemmt werden!
Alles in allem hatten wir tolles, vielfältiges Gemüse in den Kisten, eine gute Kommunikation und zuverlässige, meist reibungslose Lieferungen. So unsere Selbsteinschätzung – aber im Großen und Ganzen auch die Rückmeldungen.

Natürlich gab und gibt es auch Dinge, an denen es noch hakt. Hier nochmal der Versuch zu erklären, warum es gerade jetzt nicht so toll ist mit der Kistenbestückung: Prinzipiell ist bei saisonaler Ware im Frühjahr, wenn die Lager leer sind und noch nix Frisches wächst, immer Fasten- oder Sauregurkenzeit… Dieses Jahr ist dies leider noch extremer als normal, da Rosenkohl, Lauch, Grünkohl, Spinat, Radicchio und Feldsalat den harten und langandauernden Frost nicht, oder nur mit großen Schäden, auf dem Acker überlebt haben. Trotz schützender Schneedecke ist eine Woche Dauerfrost bis -18°C einfach zu viel! Um zu retten, was zu retten ist, bedarf es eines hohen Putz- und Sortieraufwandes – aber es bleibt halt einfach nicht so viel übrig, wie geplant. Die Möhren, die wir von Martin Hänsel beziehen, hatten auch leider aufgrund der Sommertrockenheit und des Mäusefraßes eine recht schlechte Lagerfähigkeit.

Das Alles sind Gründe warum die Kistenbestückung zurzeit recht monoton ist.

Wir versuchen unser Bestes, durch Zukauf auszugleichen was geht, aber bei den wenigen KollegInnen in der Region sieht es aus denselben Gründen auch nicht besser aus. Zu dem Zukauf von Südfrüchten aus befreundeten Kooperativen gibt es gemischte Meinungen in der Genossenschaft, so dass wir darauf vorerst verzichten und eventuell eine optionale Sammelbestellung nächstes Jahr machen werden.

KoLa-Transporter vor Konsum-Verteilstation

Das kommende Anbaujahr

Wir werden den Gemüseanbau 2021 mehr als verdoppeln und auf 8 ha Freilandgemüse wie Salate, Kohlrabi, Brokkoli, Frühlingszwiebeln, … und in 3000 qm Folientunnel Frühlingsgemüse und wärmeliebende Kulturen wie Tomaten und Paprika anbauen.
Um die Wintervielfalt zu erhöhen haben wir viel mehr Lauch, Spinat, Rosenkohl, Feldsalat, Chinakohl, Kohlrabi und Kürbis für das Lager im Winter im Anbau.  Durch die größere Tunnelfläche wird der nächste Winter planmäßig viel grüner und frischer in der Kiste, z.B. mit Asia- und Wintersalaten.
Zusätzlich bauen wir 5 ha Hafer an, sodass es nächstes Jahr wohl das erste Kola-Müsli geben wird. Es wird auch mehr leckere Küchenkräuter geben. Und wir schauen gerade, ob wir Sauerkraut für den Winter machen können.

Auf der restlichen Fläche bauen wir in Kooperation mit Saatgut Plaußig Ackerbohnen als eigenen Stickstoff-Dünger an. Auch Luzerne als Gründüngung zur Bodenverbesserung und Blühstreifen für Schmetterlinge und Bienen werden dort angesät.
Wir haben zwei ExpertInnen für Obstbau für unser Team gewinnen können und prüfen gerade, ob wir in den nächsten Jahren einen Betriebsteil Obst aufbauen können, um auf ca. 3,5 ha von Äpfel bis Aprikosen verschiedene Obstbäume zu pflanzen.

Wow! Unsere Halle mit Kühllager, Packraum & Büros

Der Bau

Der Betriebsaufbau auf der grünen Wiese fordert einen gewaltigen Kraftakt von uns allen.
Wir wollten ja keine jahrelangen Provisorien, sondern lieber einmal groß und ordentlich eine gut durchdachte Infrastruktur bauen, die uns effizient arbeiten lässt.
Mit den hohen Ansprüchen an ökologische Baustoffe und dem Zeitdruck liegt die Messlatte recht hoch. Das Ziel war und ist im Mai auf die neuen Flächen umziehen zu können und dort mit Richt- und Traktorhalle, Kühllager und einer funktionierenden Bewässerung gut arbeiten zu können.

Um diese Ansprüche umzusetzen und finanzieren zu können, ist ein großer Anteil an Eigenleistung erforderlich: die gesamten Erdarbeiten und den Tiefbau, sowie die Erschließung, Strom, Wasser, Legen der Bewässerung, Befestigung der Hofflächen führen wir selbst durch (insgesamt 3000m³ Erdbewegung!).
Trotzdem bleiben noch knapp 1,5 Millionen Investitionen bis Ende 2021, die auch ausgeschrieben, verglichen, verhandelt, abgewogen und entschieden werden müssen.

Und wenn man einmal eine Winterbaustelle machen muss (wir hatten ja erst im Oktober mit Pachtbeginn Zugang zu den Flächen), wird es natürlich ein richtiger Winter!
Umso mehr sind wir stolz, Eis und Schnee getrotzt zu haben und können es kaum glauben, dass wir bisher ganz gut in der Zeit liegen: Die Richthalle, die in Massivholzbauweise ausgeführt ist, steht bereits mit fertigem Dach, Fenstern, Türen und Außenfassade. Das Fundament der Traktorhalle ist fertig und auch die ersten Stützen sind schon montiert. Zwei Brunnen sind gebohrt, vier Folientunnel stehen mit fertig installierter Bewässerung und sind auch schon großteils bepflanzt.

Bis Mai ist aber trotzdem auch noch (fast zu) viel zu tun: knapp 2 km Leitungen für Strom, Trink-, Brauch- und Abwasser müssen gegraben und verlegt werden, Schächte und Pumpstationen eingerichtet werden, der Feuerlöschteich muss angelegt werden, die Bewässerungshydranten installiert, der Innenausbau der Halle mit Strom, Heizung und Wasser organisiert werden.

Genehmigungen, Fördermittelantrag, Finanzierung

Baugenehmigung, Invest-Förderantrag, Erbbaurechtsvertrag und Kreditvertrag mit der Bank haben uns sehr viel Zeit, Energie und Nerven gekostet. Corona hat die ganzen Prozesse nicht unbedingt beschleunigt, jedoch haben glücklicherweise einige Rädchen ineinandergegriffen, viele Menschen, Firmen und Behörden haben uns sehr unterstützt! Durch das Zutun von Baufirmen, der unermüdlichen Arbeit der Architekten und der Geduld und Kooperation der Behörden, wurde es möglich, dass wir kurz vor Baubeginn die finale Baugenehmigung und den Förderbescheid doch noch rechtzeitig vorliegen hatten.

Mit dem genehmigten Fördermittelantrag für unsere Investitionen (Richthalle, Gewächshaus, etc.) können wir bis 2023 schrittweise ca. 1 Million Euro abrufen. Der Fördermittelbescheid war Voraussetzung für die Finanzierung durch die Bank – ebenso wie der Erbbaurechtsvertrag, der jedoch noch eine letzte weitere Hürde nehmen muss. Um die naturschutzrechtlichen Bedingungen aus der Baugenehmigung erfüllen zu können, musste dieser erweitert werden (um eine Ausgleichsfläche für die Versiegelung durch die Hofstelle zu schaffen) – und damit noch einmal alle Instanzen durchlaufen. 

Mit etwas mehr Ruhe, mehr finanziellen und personellen Ressourcen hätten wir uns eventuell den einen oder anderen Umweg gespart – wir haben aber viel gelernt auf dem Weg und das Ergebnis kann sich ja auch durchaus sehen lassen.

Lieferpause

Im Bezug auf die Lieferung müssen wir euch nun noch gestehen: Wir machen eine zweiwöchige Lieferpause.

Wir müssen zum einen kurzfristig die schwierige Situation in Bezug auf Gemüseknappheit lösen. Zum anderen brauchen wir dringend Zeit für den Umzug und das Einrichten der neuen Betriebsstätte. Daher müssen wir zwei Lieferungen – um Ostern – aussetzen. Entschuldigt – das tut uns leid!

Vom 1.-13. April wird es daher keine Lieferung geben.

Wir werden in der letzten Woche vor Lieferung die Kisten ordentlich vollpacken, so dass das Gemüse für zwei Wochen reichen sollte. Wir fühlen uns unwohl damit, nicht immer regelmäßig zu liefern, doch hoffen wir in dieser besonderen Situation auf euer Verständnis! Im besten Fall könnt ihr Joker einsetzen oder gewährt uns die ausgefallene Lieferung ohne Ausgleich. Falls das nicht möglich ist, schreibt uns bitte eine Email und wir erstatten euch für die zwei Wochen den Kistenpreis. Wir zittern gerade auch noch etwas, dass nicht ausreichend Mitglieder ihre Verträge verlängern und wir 2021 dann wiederum mit ganz viel Gemüse und zu wenigen Mitgliedern dastehen.

Bitte denkt dran, eure Verträge zu verlängern. Im Mitgliedskonto gibt es einen Button zum Verlängern oder schreibt uns eine E-Mail an info@kolaleipzig.de bei Fragen und Änderungswünschen zur Kistengröße, Solibeitrag oder Zahlungsrhythmus.

Und bitte erzählt trotz dem Eindruck des ersten und ausgerechnet harten KoLa-Winters dennoch von unserem Mammut-Projekt weiter! Ihr könnt euch dieses Jahr auch besonders auf den Frühling freuen: Ab Mitte April kommen dann die ersten frischen Radieschen, Spinat, Salate, Kohlrabi etc. aus den Folientunneln!

Falls ihr euch von all den Fortschritten vor Ort überzeugen wollt, kommt unbedingt raus zu den Ackereinsätzen! Es ist Wahnsinn, was wir hier mit all eurer Unterstützung in so kurzer Zeit auf die Beine stellen konnten. Jede helfende Hand ist willkommen!

Wir freuen uns, dass ihr dabei seid ein wirklich ambitioniertes Projekt der Landwirtschaft von Morgen aufzubauen und danken noch einmal für euer Vertrauen und eure Unterstützung! Wir blicken freudig und erwartungsvoll auf die erste Saison auf dem eigenen Acker und mit dem eigenen Hof!

Wir alle zusammen schaffen eine faire und ökologisch nachhaltige Kooperative in Gemeinschaftsbesitz!

Kooperative Grüße!

Euer KoLa Team

Dieses Vorhaben wird gefördert von:

EPLR
Geplant ist: ein modernes Niedrigenergiegewächshaus
zur nachhaltigen Produktion von Fruchtgemüse
mit einer funktional ausgestatteten Innenwirtschaft
sowie effizienter Bewässerungstechnik und
eine Richthalle für die Aufbereitung und Lagerung des Gemüses.
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Förderungen für Genossenschaften
als immaterielles UNESCO-Weltkulturerbe
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KoLa Leipzig wird ökozertifiziert von:

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