Eva Köhler

Was hast du vor KoLa Leipzig gemacht?

Im Grunde genommen haben sich die Themen Ökologie und Landwirtschaft immer irgendwie durch mein Leben gezogen. Mit 14 war ich bei Greenpeace und Anti-Castor-Aktionen, mit 19 und 20 habe ich meine ersten Praktika auf Bio-Gemüsebaubetrieben gemacht, mit 24 habe ich dann mein Studium Ökolandbau und Vermarktung in Eberswalde abgeschlossen, etwas später bin ich an die Universität für Bodenkultur nach Wien gegangen und habe hier den Abschluss als Dipl.-Ing. für ökolog. Landwirtschaft mit 28 gemacht. Danach war ich ehrlich gesagt ein wenig verloren und wusste nicht, ob meine Zukunft in der Wissenschaft oder aber in einem Betrieb liegt. Nach einer kurzen Phase der Einkehr war mir dann aber klar: Ich will keine weißen Laborwände mehr und keine ewigen Stunden vorm PC verbringen, sondern wieder in der Erde wühlen. Ich bin dann zurück in die Heimatregion und war sehr froh bei der Gemüsegenossenschaft Rote Beete als Gärtnerin anfangen zu können. Dort wurden Jan-Felix und ich Freunde. Und dann kam KoLa.

Wie bist du zu KoLa Leipzig gekommen?

Eines Tages stand Bernd Klauer vom Tauchaer Kirchenvorstand auf einmal auf dem Hof der Rote Beete mit dem Angebot 35 ha Land zu pachten. Jan-Felix und ich zögerten zunächst. Gerade ich habe dem Angebot erstmal wenig Beachtung geschenkt, da ich ganz glücklich mit meiner Arbeit bei der Roten Beete war und mir klar war, dass so ein großes Projekt schon auch nicht wenig Last mit sich bringt. (Das wusste ich, weil ich neben dem Studium vier Jahre in Berlin am Aufbau eines großen Hausprojektes mitgewirkt hatte).

Irgendwann bin ich aber doch mal zu den Flächen gefahren. Vor Ort in Plösitz habe ich mir dann vorgestellt, wie es wäre, wenn dieses riesige Stück Land nun in einen Ökobetrieb mit Hecken voller Insekten und fairen Arbeitsbedingungen umgewandelt würde. Naja, am Ende meines Ausflugs war mir klar: Es ist sowas wie unsere Pflicht, dieses Angebot anzunehmen.

Was ist nun hier deine Rolle?

Zusammen mit Hanno und Jan-Felix bin ich im Vorstand. Was wir da machen? Unterschreiben, Zahlen durchkauen, kommunizieren, zusammen mit dem gesamten Team Entscheidungen treffen. Mein Verantwortungsbereich ist zudem die Öffentlichkeitsarbeit. Ich habe eine Vorliebe für Kreatives & digitale Technik, wie zum Beispiel das Verfassen von Social Media Beiträgen oder den Aufbau der Homepage. Ansonsten bin ich auf dem Feld, als Gärtnerin im Freilandanbau.

Und was erhoffst du dir für die nächsten Jahre vom Projekt?

Viel schmackhaftes, gesundes Gemüse. Weiterhin als Team respektvoll & empathisch auf Augenhöhe miteinander zusammen zu arbeiten. Hecken voller Schmetterlinge, gute, effiziente Betriebsstrukturen, einen vollen sozial-ökologischen Fond, mit welchem wir andere Projekte oder Leute mit wenig Geld unterstützen können und dass solidarische, genossenschaftlich organisierte Ernährung zum gesamtgesellschaftlichen Standard wird.