Es gibt erfreuliche und für uns sehr aufregende Neuigkeiten, die wir endlich mit euch teilen wollen: Wir planen ab Mai diesen Jahres eine umfangreiche Zusammenarbeit mit dem Biophilja Permakulturhof Halle, der ausgelöst durch eine notwendige betriebliche Veränderung (u.a. große Änderungen im Gartenbau-Team) im Herbst letzten Jahres mit einem Vorschlag auf uns zukam. Mehrere sehr gute und konstruktive Gespräche mit den Gründer*innen von Biophilja haben uns das Vertrauen gegeben, dass daraus etwas wirklich Sinnvolles entstehen kann.
Biophilja besteht seit acht Jahren auf ca. 30 ha Fläche und hat sich zu einem vielfältigen Biohof mit Geflügelhaltung für einen Kundenkreis in Halle, Merseburg und Umgebung entwickelt. Er wird von Rene & Sabine Thielicke geführt. Zu dem Land was sie bewirtschaften, gehören 5 ha Acker und 25 ha Grünland und ein Gemüsegarten, der mit seiner Vielfalt an Gemüse- und Blühpflanzen, umrahmt von Obstbäumen und -sträuchern einen herrlichen Anblick bietet. Humusaufbau, Biodiversität, Nachhaltigkeit und Regionalität sind die Grundpfeiler, von denen der Betrieb getragen wird.
Was hat uns bewogen, die Kooperation einzugehen?
Als vergleichsweise eher kleine Biobetriebe (der Durchschnittsbetrieb in Mitteldeutschland hat eine Größe von 281 ha) wollen wir in dieser wirtschaftlich anspruchsvollen Zeit unsere Kräfte bündeln. Wichtigste Ziele der Zusammenarbeit sind ein besseres Angebot für Kundinnen und Kunden in Halle und Leipzig sowie eine Sicherstellung und Verbesserung der Wirtschaftlichkeit und Auslastung der Betriebe. Dafür wird durch gemeinsame Vermarktung dem gemeinsamen Kundenkreis das gesamte Produktspektrum beider Höfe zugutekommen. In den Betriebs-Schwerpunkten wird sich Biophilja mehr auf Hühnerhaltung, Weidewirtschaft und Hofladen fokussieren und diese erweitern,
während wir uns weiterhin unserem Obst- und Gemüseanbau im Rahmen der uns gegebenen Kapazitäten widmen und diesen ausbauen. Für die KoLa bedeutet dies konkret, dass wir ab Mai über 300 zusätzliche Kisten in Halle ausliefern dürfen.
Was bedeutet das für die Mitglieder der KoLa?
Wir nehmen ein neues Produkt mit in unsere Ernteanteile auf: EIER! Ab September/Oktober habt ihr die Möglichkeit, Eier von Biophilja mit eurem Ernteanteil zu bestellen. Genaue Infos zum Prozess folgen rechtzeitig. Im Gegenzug wird in den Kisten für die Hallenser ab Mai diesen Jahres hauptsächlich unser Gemüse und Obst zu finden sein. Biophilja steuert bei vielen Lieferungen eine Portion wie Salat, Kohlrabi, Fenchel o.ä. bei und wird die Sweet Dumpling-Kürbisse und einen Teil des Knoblauchs für uns alle anbauen.
Bio-Eier & Geflügelfleisch aus mobiler Weidehaltung
Das macht die Hühnerhaltung von Biophilja aus:
• Haltung in Mobilställen auf der Weide
• kleine Stallgrößen mit max. 350 Tieren
• Aufzucht aller Bruderhähne
• ohne Kükentöten und In-Ovo-Selektion
• mit Herdenschutzhunden als Beschützer gegen Räuber
• ganzjährig Freigang bis Sonnenuntergang
• alte und Zweinutzungsrassen neben den üblichen Legehennenrassen
• mehrere Monate längere Lebensdauer als üblich
• Futter aus der Region und eigener Erzeugung
• eingebettet in die betrieblichen Kreisläufe des vielseitigen Permakulturhofs
Auf dem Grünland tummeln sich die Tiere in verschiedenen Gruppen. Durch den 14-tägigen Weideumtrieb kommen alle in den Genuss, regelmäßig neues Land zu erobern. Was einen Mehraufwand für uns bedeutet, hilft den Tieren und der Erde gesund zubleiben. Die Tiere haben also Zugang zu frischen Gräsern, Kräutern und Insekten, was Tierwohl, Bodenfruchtbarkeit und die Qualität der Eier unterstützt. Da für die Produktion von Eiern, aber auch immer wieder Hühner geschlachtet werden müssen, hat Biophilja auch sogenannte Suppenhühner, welche ggf. über noch nicht geklärte Wege auch von KoLa Mitgliedern bestellt werden können. Alle Bruderhähne werden also aufgezogen. Im Betrieb selber werden so viele Hähne aufgezogen, wie als Grillhähnchen selbst verkauft werden können – das ist etwa die Hälfte. Die andere Hälfte wird im Junghennen-Betrieb aufgezogen und dort gleich geschlachtet und verarbeitet. Hähne und Althennen werden bei Bio-Frischgeflügel Roth in Witzenhausen geschlachtet. Das ist mit einer Fahrtstrecke von ca. 1,5 h verbunden, aber einen näher gelegenen mittelständischen Bio-Schlachtbetrieb gibt es leider nicht. Mit Familie Roth unterhält Biophilja eine hervorragende Zusammenarbeit. Der Transport der Tiere erfolgt in der Ruhe der Nacht, so dass auch kaum Stress entsteht.
Wir sind sehr glücklich über diese Kooperation, für alle Mitglieder erweitert sich die Produktpalette, die Reichweite und dabei darf sich jeder auf seine Stärken fokussieren. Für alle, die neugierig sind und mehr Fragen haben: Wir planen verschiedene Infoveranstaltungen gemeinsam mit Rene und seinem Team und werden auch die Möglichkeit anbieten, beide Betriebe zu besuchen. Dazu werden wir rechtzeitig über Newsletter und Webseiten einladen. Vielleicht gelingt es, in Zukunft noch weitere Bio-Betriebe der Region in die Kooperation aufzunehmen und die regionale Bio-Lebensmittelwirtschaft damit langfristig zu sichern.