Die Bietrunde war ursprünglich ein Herzstück unseres Betriebskonzeptes... Doch Was ist überhaupt die Bietrunde?

Für die Menschen, die nicht wissen, was die Bietrunde ist, hier noch eine kurze Erklärung:
Die „Bietrunde“ ist eine Veranstaltung, welche bei vielen Solawis einmal jährlich stattfindet. Der Jahresetat wird hier vorgestellt und es wird transparent gemacht, welche durchschnittlichen Produktionskosten sich dabei pro Anteil und Mitglied ergeben. Nun der wichtigste Punkt – die eigentliche Bietrunde: Die Mitglieder sind jedoch nicht verpflichtet diesen Richtpreis zu bezahlen. Sie geben vielmehr – mit dem Wissen, was gebraucht wird – anonym ein Gebot ab. Die Gebote werden zusammengerechnet. Reicht das Geld nicht für den benötigten Jahresetat, wird erneut geboten bis das benötigte Geld zusammenkommt. Personen soll so ermöglcht werden, entsprechend ihrer finanziellen Ressourcen mehr oder weniger zu zahlen. Ziel ist es dabei das Prinzip der Solidarität nicht nur mit den GärtnerInnen, sondern auch untereinander als gesellschaftliche Alternative zu erproben.

Warum gibt es bei KoLa Leipzig keine Bietrunde mehr?

Ursprünglicher Grund war zunächst: Die Richtlinien der landwirtschaftliche Investitionsförderung. Wir haben erfahren, dass es keine Förderung gibt für Betriebe ohne feste Marktpreise. Aus Sicht der Behörden ist nur förderfähig, wer in Konkurrenz zu anderen am Markt steht. Die Förderung soll dazu dienen die Betriebe konkurrenzfähig zu machen und Risiken abzupuffern. Bei der solidarischen Landwirtschaft, mit einer Bietrunde würden aber (laut Behörde) die Mitglieder das Risiko tragen und eine Förderung ist daher nicht notwendig. Im Details betrachtet ist dies aus Solawi-Perspektive natürlich so nicht richtig. Wir hatten auch überlegt, da in Einspruch zu gehen bis uns die Idee mit dem solidarischen Staffelpreis kam: Wir denken dieser ist nun eine sehr gute Alternative zur Bietrunde, da er Menschen auch ermöglicht zu niedrigeren Preis im Verlauf des Jahres einzusteigen und natürlich den Verwaltungsaufwand sehr reduziert.

Könntest es aber nun sein, dass Leute das Prinzip der solidarischen Finanzierung nun weniger reflektieren?

Das ist auf jeden Fall eine berechtigte Sorge. Wir wissen das selbst gerade noch nicht genau und müssen dieses neue System erproben. Ehrlich gesagt, sehen wir aber noch nicht, dass es im Vergleich zur Bietrunde einen großen Unterschied macht. Ein großes jährliches Mitgliedertreffen mit Vorstellung des Etats und Diskussion wird es nach wie vor geben. Über Umfragen und evtl. Workshops oder Infoveranstaltungen möchten wir das Thema der solidarischen Finanzierung auf jeden Fall auch weiterhin diskutieren. Bitte schreibt uns an, falls ihr euch auch nicht den ermäßigten Preis leisten könnt und schreibt uns auch, wenn ihr Kritik oder Anmerkungen zu dem Verzicht auf die Bietrunde habt.

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