Unsere zukünftigen Flächen

Das Teilstück wo die zukünftige Betriebsstätte stehen soll. Die Pappelallee links und die Eichen rechts bleiben natürlich erhalten. Weiter unten im Text gibt es einen Flächenplan als Draufsicht. Auf dem Bild zu sehen sind Jan-Felix Thon und der Landschaftsarchitekt Christian Köhler.

Im März 2020 haben wir Pachtverträge über 35 Hektar unterschrieben: einen Landpachtvertrag über 32 ha Ackerland, das sehr gut für den Anbau von Gemüse geeignet ist, sowie einen Erbaupachtvertrag über 3 ha, wo wir unsere Betriebsgebäude und das Gewächshaus errichten können.

Hier ganz kurz die Geschichte, wie wir zu dem Land kamen:

Die Geschichte beginnt zwei Jahre vorher – im Mai 2018. Da bekam die Gemüsekooperative „Rote Beete“ in Sehlis (Taucha) – eine der ersten und größten solidarischen Landwirtschaften in Ostdeutschland mit ca. 180 Mitgliedern und knapp 7 ha Gemüsebau – Besuch von Bernd Klauer. Bernd Klauer ist Kirchenvorstand der evangelischen Kirchengemeinde in Taucha und in leitender Funktion am Umweltforschungszentrum im Ressort Wasser tätig. Er erzählte, dass die Kirchengemeinde ca. 42 ha Ackerland neu zu verpachten hätte. Sie würden sich ökologische Pächter wünschen, da sie die konventionelle Bewirtschaftungsweise des hiesigen Agrarkonzerns nicht mehr länger unterstützen wollten. Und er fragte, ob die „Rote Beete“ pachten wollte?

Die „Rote Beete“ war jedoch gerade aus den sehr anstrengenden Aufbaujahren herausgekommen und wollte nicht weiterwachsen, aber es fand sich doch eine Handvoll Menschen zusammen, die noch Lust auf und Energie für ein neues, größeres Projekt hatten. Wir entwickelten in den darauffolgenden Wochen ein Konzept für die Flächen, das wir KoLa Leipzig nannten, stellten es dem Kirchenvorstand vor und legten los.

Die Flächen im Detail

Die Flächen liegen direkt vor den Toren der Stadt Leipzig: 500 m bis zur Stadtgrenze, zwischen den Bundesstraßen B2 und B6 und den Autobahnauffahrten. Fußläufig kann man von dort leicht Stationen des öffentlichen Nahverkehrs erreichen und ist so gut an Leipzig angebunden.

Der Boden ist lehmiger Sand, mit geringem Lössanteil, trocknet also schnell ab, bleibt dabei fein krümelig und ist so für den Gemüsebau sehr gut geeignet. Die Fläche hat 55 Bodenpunkte (auf einer Skala von 1 bis 100 also im guten Ertragsmittelfeld) und gute Nährstoff- und Wasserhaltekapazitäten.
Für den Gemüsebau beinahe das wichtigste ist, dass unter der Oberfläche ergiebige Grundwasserleiter liegen, die wir für die Bewässerung nutzen können.

Im Hintergrund das größte zusammenhängende Teilstück. Hier kommen die Gemüsebeete hin.
Nochmal eine Nahaufnahme von der zukünftigen Fläche. Momentan wächst hier Wintergetreide.

Was bauen wir an?

Auf einem Großteil der Flächen planen wir den Anbau von einem bunten Mix aus Gemüse – so ziemlich alles, was in unserem Klima wächst: von Asiasalaten über Kohlrabi, Brokkoli, Karotten bis Zwiebeln.
Auf ca. 5 ha pflanzen wir Obstbäume, um in unseren Kisten auch eigenen Äpfel, Zwetschken, Birnen … anbieten zu können. Und um die Landschaft abwechslungsreich zu gestalten und die Biodiversität zu fördern, pflanzen wir Heckengehölze wie Haselnüsse, Traubenkirschen und Weiden, insgesamt 2 ha.

Der Flächenplan mit erster Bauplanung als Übersicht zum Download

Hier der Flächenplan als Draufsicht. Achtung: Manche Details haben sich nochmal geändert. Der Brunnen wird sich zum Beispiel an einer anderen Stelle befinden.

Auf dem Flurstück 638 planen wir die Errichtung einer modernen Hofstelle mit Richthalle, in der das Gemüse aufbereitet und gelagert werden kann, wo die Kisten gepackt und ausgeliefert werden. Außerdem planen wir den Bau eines 6420 m2 großen Glasgewächshauses für wärmeliebendes Gemüse wie Tomaten, Paprika und Gurken.

Wir wollen aus den 35 Hektar, auf denen bisher in langweiliger Monokultur vorwiegend Raps oder konventionelles Getreide gewachsen sind, einen bunten, lebendigen Hof schaffen und zeigen, dass es genossenschaftlich möglich ist, bis zu 2000 Haushalte in Leipzig nachhaltig mit frischem, gesunden Gemüse zu versorgen: ein Beispiel für eine Landwirtschaft von Morgen!

Und voilá : Das ist die Vision. Aber die Richthalle wird größer, als hier auf dem Bild. Findet ihr die Eichen und Pappeln von den Fotos? Links ist das Dorf Plösitz.